Du hast Angst, dass dein Kind beim Fotoshooting nicht mitmacht? Keine Sorge! Erfahre hier, warum wilde, laute und ungestellte Momente oft viel schönere Erinnerungen schaffen als ein erzwungenes Lächeln.


Du hast das perfekte Outfit für die ganze Familie rausgesucht, den Termin mit mir abgestimmt und dich riesig auf die Bilder gefreut. Und dann kommt der Tag des Shootings – und dein Kind hat ganz andere Pläne.  Es will nicht stillsitzen. Es will nicht in die Kamera gucken. Es will lieber fangen spielen, im Matsch springen oder bockt mal wieder so richtig rum.


Dein Puls steigt. Du denkst: „Oh nein, das war’s. Wir bekommen kein einziges schönes Foto.“ Du fängst an, Dinge zu sagen wie: „Jetzt lach doch mal schön!“


Aber Stopp! Atme tief durch.

Ich verrate dir ein Geheimnis aus meiner Erfahrung als Familienfotografin: Das ist völlig okay. Mehr noch: Oft entstehen genau in diesen chaotischen Momenten die Bilder, die ihr später am meisten lieben werdet.


Hier ist das „Warum“:

1. Das „Cheese-Lächeln“ ist nicht echt

Wir kennen es alle: Sobald ein Kind das Kommando „Lach mal!“ hört, zieht es eine Grimasse. Die Augen lachen nicht mit, der Mund ist verkrampft. Das ist ein Foto-Gesicht, aber nicht dein Kind.

Ein echtes Lachen entsteht nur aus echter Emotion. Wenn dein Kind also lieber wegrennt und wir Fangen spielen müssen, damit ich ein Foto bekomme – super! Dann habe ich nämlich ein Kind mit leuchtenden Augen, roten Wangen und einem ehrlichen, glucksenden Lachen auf dem Bild.


2. Bewegung bringt Leben ins Bild

Familienfotos, auf denen alle wie Orgelpfeifen nebeneinander stehen, sind nett für die Oma. Aber sind es die Bilder, die euch als Familie ausmachen?

Kinder sind Energie. Sie sind Bewegung. Wenn sie wild herumtoben, Papa auf den Rücken springen oder sich im Gras wälzen, fange ich diese Dynamik ein. Diese Fotos sind nicht statisch, sie sind voller Leben. In 20 Jahren wirst du dir das Bild ansehen und denken: „Weißt du noch, wie wild er damals immer war?“ Das ist eine viel wertvollere Erinnerung als ein steifes Sitzen auf einer Parkbank.


3. Eltern entspannt = Kinder entspannt

Kinder haben feine Antennen. Wenn ihr Eltern gestresst seid, weil der Nachwuchs nicht „funktioniert“, überträgt sich das sofort. Es entsteht Druck. Und Druck erzeugt Gegendruck (oder Tränen).

Mein wichtigster Tipp für das Shooting: Lasst los.

Vertraut mir. Ich habe Erfahrung mit Wirbelwinden, schüchternen Mäusen und kleinen Trotzköpfen. Ich brauche keine 30 Minuten Stillstand für ein gutes Foto – mir reicht der Bruchteil einer Sekunde.

Wenn ihr entspannt bleibt, lacht und das Chaos einfach annehmt, entspannt sich auch das Kind.


4. Die Magie der „Zwischenmomente“

Oft entstehen die magischsten Bilder genau dann, wenn das eigentliche „Posing“ vorbei ist.

Vielleicht muss dein Kind kurz getröstet werden, weil es hingefallen ist. Dieser Moment, in dem es sich an dich kuschelt und Schutz sucht, ist wunderschön und innig.

Oder es entdeckt einen Käfer am Boden und ist vollkommen versunken. Diese ruhigen, konzentrierten Momente sind Gold wert.

Wir Fotografen nennen das „Reportage-Stil“ oder "Storytelling-Photography". Wir inszenieren nicht, wir dokumentieren eure Liebe. Und Liebe ist eben auch mal laut, wild oder tröstend.


Fazit: Eure Familie ist perfekt, genau so wie sie ist.

Ein Fotoshooting bei mir ist kein Termin beim Amt. Es ist Familienzeit. Wir gehen spazieren, wir spielen, wir haben Spaß. Also: Keine Angst vor Wutanfällen oder wilden Hummeln. Wir machen daraus unvergessliche Bilder. Versprochen!